“Schweigeminute” von Siegfried Lenz

14 de enero de 2015 | Por | Categoría: Literatura

siegfriedPor Marta Giménez Izuel.

Am 7.Oktober 2014 starb Siegfried Lenz im Alter von 88 Jahren in Hamburg. Er wurde 1926 im damaligen Ostpreuβern geboren. Lenz gilt als einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit. Der Journalist und spätere vor allen Dingen Schriftsteller war ein politischer Mensch, aber insbesondere ein ,,groβer Mensch”, ein Mann mit groβem Einfühlungsvermögen und menschenfreundlichen Gesten.

Von seiner literarischen Laufbahn möchte ich das Folgende hervorheben: Einerseits war der Verlust seiner masurischen Heimat, in dem heutigen Nordosten Polens, prägend. Als Beispiel kann die 1945 publizierte Sammlung von Kurzgeschichten ,,So zärtich war Suleyken” dienen. Andererseits war sein Bestreben, der deutschen Gesellschaft die Geschichte des Nazi-Deutschlands zu erklären. Sein Welterfolg und vielleicht bekanntester Roman ,,Deutschstunde” handelt von dieser NS-Zeit.

Weitaus wichtiger jedoch war sein Beitrag zu der Aussöhnung mit Polen und Israel nach dem zweiten Weltkrieg. Genauso verhielt er sich zu der Ostpolitik der Sozialdemokraten, die Lenz unterstützte. Angeblich begleiteten sowohl Siegfried Lenz als auch sein Zeitgenosse Günter Grass am 7.Dezember 1970 den ehemaligen BDR-Kanzler Willy Brand am Tag des überzeugenden Kniefalls in Warschau.

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Dezent war er in Liebesdingen. Nochmals lässt er die Erotik in seiner späten Novelle ,,Schweigeminute” aus der Jahr 2008 beiseite. Laut Marcel Reich-Ranicki ist dieses poetische Buch vielleicht sein schönstes. Wie der sogenannte ,,Literaturpapst” der Kritiker meint, ist diese Novelle meines Erachtnes pure Literatur. Durch einen zurückhalten Stil, wie es seine Art war, geht es in der Geschichte um das Verhältnis zwischen einem 18-jährigen Schüler, Christian, und seiner jungen Englischlehrerin, Stella Petersen.

Zur Handlung kann man sagen, dass die Geschichte aus Christians Sicht erzählt wird.

Dem konventionellen chronologischen Erzählstil von Lenz zufolge verläuft die Zeit im Roman wie im Leben. Nach einem Bootausflug an der deutschen Ostseeküste kommt Stella ums Leben. Zum Andenken an Stella findet eine Zeremonie im Gymnasium mit Schülern und Lehrern statt. So fängt die Erzählung an und diese Gedenkminute ist die reale Erzählzeit. Im Rückblick berichtet Christian aber über Stella und ihre Affäre in den Sommerferien.

Auf einer zarten Weise wird diese auβergewöhliche Liebesbeziehung beschrieben. Ein geteiltes Kissen, ein grüner Badeanzug, ein Wassertropfen auf dem Rücken sind unter anderen Gesten, die ihre Liebe andeuten. Diese Feinheit beim Erzählen überlässt der Fantasie des Lesers die intimeren Details der Beziehung, was ich persönlich wunderbar finde.

Besonders bemerkenswert ist auch für mich, dass sie beide verschiedene Einstellungen zur Liebe haben. Während Christian die Liebe zu Stella für selbsverständlich hält und erfüllung erwartet, ist Stella nicht der gleichen Ansicht: ,,Love, Christian, is a warm bearing Wave” hatte sie an Christian auf einer Postkarte vor ihrem Tod geschrieben.

Es sieht so aus, als ob ,,Liebe” für diese Frau vor allem ein flüchtiges Gefühl wäre.

Abschlieβend möchte ich sagen, dass dieser Roman nicht nur eine rührende Liebesgeschichte ist, sondern auch eine Beschreibung von Norddeutschland, der Steilküste, den Inseln, den Leuten und ihren Sitten. Aus diesen und noch anderen Gründen ist dieser Roman absolut empfehlenswert.

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